Rasse - ABC
Amerika rettete die Farbe "Weiß" beim Schäferhund. Nachdem er in den dreißiger Jahren aus Deutschland verbannt wurde, fand er in den USA und Kanada sehr schnell Freunde. Der Weiße wurde dort weitergezüchtet und vom American Kennel Club 1971 als German White Shepard anerkannt. Noch heute stammen alle Weißen Schäferhunde von den frühesten und besten Deutschen Schäferhunden ab.
Bellen ist bei den Weißen Hütehunden letztes Mittel, um sich Gehör zu verschaffen. Es wird gezielt eingesetzt, um zu sagen, wo es lang geht. Sie gelten daher als ruhige Hunde, die sich durch eindrucksvolle Mimik und beredete Gesten untereinander und mit dem Menschen verständigen.
Canada erlebte nach der USA eine schnell wachsende Popularität des Weißen. Dort zählt die Rasse zu den arbeitsfreudigsten und verlässlichsten bei Polizei, Waldhütern und Grenzschutz eingesetzten Hunden.

Dunkel und nicht unpigmentiert wie bei Albinos sind Augen, Nase und Lefzen. Der Kontrast zum strahlend weißen Fell gibt dem Gesicht ein besonders ausdrucksvolles Aussehen. Das weiße Fell ist also nicht mit dem eines Albinos, sondern vielmehr mit der Fellfarbe anderer weißer Hunderassen (Spitz, Pudel) zu vergleichen.
Erziehung beginnt schon beim Junghund. Der arbeitsfreudige Nachfahr der aktiven Herdenhüter ist ein selbstbewusstes Tier, das einer konsequenten Eingliederung in die Familie bedarf. Tabus und Pflichten sollte er schon in frühester Jugend kennenlernen. Aufgrund seiner Intelligenz und Lernbereitschaft lernt er Fährtenlesen, Bewachen, Beschützen, Apportieren und jede andere hundegerechte Aufgabe innerhalb kürzester Zeit.
Fellfarbe ist immer weiß. Die Unterwolle ist weich und kurz, das Deckhaar ist dicht, gerade, harsch und liegt fest am Körper an. Um die Rute ist das Fell bauschig, auch an Hals und Brust wachsen längere Haare (Kragen).
Gesellschaft ist für das Rudeltier Hund ohnehin schon wichtig, beim weißen Schäfer hat es elementare Bedeutung. Er stammt schließlich von Hunden ab, die rund um die Uhr mit ihren Menschen Schafherden bewacht haben. Die Bindung zu einem Menschen oder einer Familie vollzieht sich im ersten Lebensjahr und hält lebenslang an.

Hüten war der Lebenszweck der Schäferhunde, bevor sie überhaupt zur Rasse erklärt wurden. Um Herden über große Strecken zu begleiten, mussten die Arbeitshunde schnell und ausdauernd sein. Daher entwickelte sich ganz von selbst die "windschnittige" Körperform und die mittellangen kräftigen Läufe, denn nur so gebaute Hunde können stundenlang traben, ohne Verschleißerscheinungen zu zeigen.
Informationen zu den Weißen Schäferhunden und seriösen Züchtern erhalten Sie unter anderem vom WSR e. V. Schermbeck-Dorsten, Tiefer Weg 99, 46514 Schermbeck.
Jungtiere sollten zwischen der achten und zwölften Lebenswoche Einzug in ihr neues und endgültiges Zuhause halten. Vorher brauchen sie die Mutter und Geschwister, um "hundliche" Kommunikation zu halten. Wer sich also für diese Rasse entscheidet, sollte wissen, daß er mit seinem Hund mindestens zehn Jahre zusammenleben kann.
Kinder liebt und betreut der Hund mit dem starken Hüteinstinkt gerne. Er liebt auch Wirbel und temperamentvolle Spiele. Versehentliches derbes Zupacken von Kindern nimmt er keinesfalls übel. Durch seinen ausgeglichenen Charakter hat er eine hohe Reizschwelle und behält die Nerven auch in Krisensituationen. Beim Umgang mit Kindern zeigt er sich äußerst umsichtig, behutsam und geduldig. Diese Umsicht erwartet er aber auch im Umgang mit ihm selbst. Ungeduldiges Herumkommandieren und eine harte Hand zerstören das Vertrauen des Weißen zum Menschen und lassen ihn auf stur schalten.

Laufen gehört zu den Grundbedürfnissen dieser Rasse. Sie wurden als Langstreckenläufer gezüchtet und sollten mindestens eine Stunde am Tag frei laufen können. Fahrradfahren ab dem ersten Lebensjahr macht ihm ebenfalls Spaß. Die Weißen Schäferhunde sind begeisterte Sportler, die lange Bergtouren schätzen und auf dem Agilityplatz eine genauso gute Figur machen, wie in anderen Hundesportarten.
Musterhunde entsprechen dem Standard. Der schreibt einen Körper, der länger als hoch ist (Verhältnis 10:12) vor. Des weiteren einen sauber gemeißelten Kopf mit wenig Stop, mandelförmigen dunkelbraunen Augen, die leicht schräg gesetzt sind, einen geraden Rücken mit hohem Widerrist und breiten kurzen kräftigen Hüften und einem mächtigen Brustkorb vor. Die Rückenpartie zeigt eine langsam abfallende Neigung. Die Läufe sollen gerade, die Pfoten gewölbt mit kräftigen , kurzen, dunkel pigmentierten Krallen sein.
Normalgewichtig ist ein gut entwickelter Rüde, wenn er nicht weniger als 75 und nicht mehr als 85 Pfund wiegt. Hündinnen sind leichter, sie sollen zwischen 60 und 70 Pfund wiegen. Übergewicht stört nicht nur die Optik des harmonisch aufgebauten Körpers, sondern schadet auch der Gesundheit.
Ohren und Nase sind die besten Sinnesorgane dieser Rasse. Der Weiße Schäferhund hat sogar einen "Riecher", der 1000mal empfindlicher ist als der des Menschen. Wegen des außerordentlich guten Geruchsinns werden sie in ihrer amerikanischen Zweitheimat als Zoll-, Rauschgift-, Sprengstoff- und Suchhunde eingesetzt.
Pflege braucht das Doppelfell keine besondere. Kräftiges Durchbürsten einmal pro Woche stärkt die Hautdurchblutung und erleichtert den ganzjährigen ständigen Fellwechsel. Bei starker Verschmutzung reicht ein Abwaschen mit klaren Wasser völlig aus.

... und auch dieser Hund wurde wieder weiß ...
Rettungsstaffeln schätzen den Weißen, weil er in Erdbebengebieten, nach Lawinenunglücken oder Brandkatastrophen seine eiserne Nerven behält und stundenlang im Einsatz bleiben kann, ohne Erschöpfung zu zeigen. Seine souveräne Ruhe macht ihn zum hervorragenden Behinderten- und Blindenführhund.
Stammbäume erkennen weder der Verband für das Deutsche Hundewesen noch Dachweltorganisation FCI an, doch kämpfen die Züchter und Vereine weiter um eine Aufnahme, wie sie in anderen europäischen Ländern bereits erfolgt ist. Man kann nur hoffen, das der Weiße in naher Zukunft auch in Deutschland und bei der FCI die ihm gebührende Anerkennung erhält.
Temperaturen lassen den Weißen kalt. Er verträgt Hitze und Kälte gleich gut. Das eng am Körper liegende Fell gleicht starke Temperaturschwankungen optimal aus. Es ist wasserabweisend und läßt Regen einfach abperlen.

Unarten können Vertreter dieser Rasse entwickeln, wenn sie schlecht oder gar nicht erzogen sind. Wie alle Gebrauchshunde benötigen sie eine sinnvolle Beschäftigung und einen abwechslungsreichen Alltag, der ihre Sinne und Muskeln voll beansprucht. Gemeinsame Sparziergänge, Stöckchen werfen oder auch die Arbeit auf einem Hundeplatz sorgen für Ausgeglichen- und Zufriedenheit.
Verträglichkeit ist eine der stärksten Tugenden des edlen Weißen. Er zeigt viel Toleranz gegenüber anderen. In vielen Haushalten mit weißen Schäferhunden leben deshalb auch Katzen, Meerschweinchen und Kaninchen. Der Jagdtrieb ist nicht stark ausgeprägt. Trotzdem kann er auch, wenn er nicht konsequent erzogen wurde, bei aufgescheuchtem Wild einer Verfolgungsjagd kaum widerstehen.

Gilian Manderly vom Bozener Hof mit Spielgefährtin Caja
Weiß ist gegenüber dunklen Farben genetisch rezessiv. Das bedeutet, daß nur dann weiße Schäferhunde geboren werden, wenn auch die Elterntiere die Farbe weiß weitergegeben haben.
Zwingerhaltung ist Gift für den Weißen Schäferhund. Er braucht seine Familie, seine Bezugsperson um sich. Bei einer Isolation wird er unweigerlich misstrauisch und unzugänglich. Daher distanzieren sich seriöse Züchter von Zwingerhaltung sowohl von ausgewachsenen als auch von Jungtieren.
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